Die vertrauten Namen der zwölf Monate verdanken wir den alten Römern. Was haben die sich dabei gedacht? Welche Alternativen gab es dazu? Hier finden Sie von Januar bis Dezember allerlei Wissenswertes zu den Monatsnamen im christlich-abendländischen Kalender.
Der Beitrag ganz unten verrät zudem, wie sich der Kalender entwickelt hat, in dem wir heute unsere Termine notieren.


Januar: Auf der Schwelle
Der Monat Januar (Jänner, January, Janvier, Gennaio, Enero, Januari, styczeń, Január, leden, январь, Ocak) trägt seinen Namen nach Janus, dem altrömischen Gott des Anfangs und des Endes, der Türen und der Tore, der Ein- und Ausgänge. Janus wird zumeist mit zwei Gesichtern dargestellt, von denen eines schon nach vorn in die Zukunft blickt – das andere aber noch zurück in die Vergangenheit. So spiegelt er anschaulich, worum es für uns Menschen in den ersten Wochen des Jahres geht: Ein guter Neubeginn setzt voraus, dass das Alte vorab sinnvoll abgeschlossen wurde. Nicht nur im Geschäftsleben, sondern auch ganz persönlich gilt: Wir brauchen zunächst saubere Bilanzen zum alten Jahr, um daraus verbesserte Strategien für das neue ableiten zu können. Je klarer, konzentrierter und konsequenter Sie nun die Erfahrungen der vergangenen zwölf Monate auswerten, desto mehr werden Sie im kommenden Jahr von ihnen profitieren. Das ist ganz im Geist des Steinbocks, dem Zeichen des Winteranfangs, den die Sonne in den ersten Januarwochen passiert.
Februar: Frischer Wind!
Der Februar (Feber, February, Février, Febbraio, Febrero, Fevereiro, Februari, Luty, Február, Unor, февраль, Şubat) ist wirklich eine saubere Sache! Er trägt seinen Namen nach dem lateinischen Wort »februare« (deutsch: »reinigen«) beziehungsweise nach dem altrömischen Sühne- und Reinigungsfest Februa, das früher zu dieser Zeit stattfand. Darin spiegelt sich schon eine gewisse Kehraus-Stimmung: Der Februarius war im römischen Kalender nämlich nicht der zweite, sondern der letzte Monat des Jahres, das damit also abgeschlossen und ›bereinigt‹ ist.
Den altdeutschen Monatsnamen »Hornung« könnte man passend zum Reinigungsthema einfach als Empfehlung zu einer gründlichen Hornhautentfernung verstehen (die ja in der Tat nicht schaden kann, um das alte Jahr endgültig ›von den Hacken zu bekommen‹) … Tatsächlich aber erinnert dieser Name an die gute alte Zeit, als wir noch unmittelbar im Einklang mit der Natur standen: Der Umstand, dass die Hirsche um diese Zeit ihr altes Gehörn (bzw. Geweih) abwerfen, damit ein neues sprießen kann, war unseren Vorfahren einen eigenen Monatsnamen wert. Kein Wunder, das ist ja auch wirklich ein tolles Symbol dafür, dass wir uns nach einem vielleicht noch eher rückbesinnlichen Januar nun endlich ganz vom Alten lösen können … alle Jahre wieder! Damit korrespondiert das Tierkreiszeichen Wassermann, das Zeichen der Wintermitte, das die Sonne in den ersten Februarwochen durchwandert.
Mit Namensgebungen wie »Schmelzmond« oder »Taumond« dagegen dankten die Bauern und Gärtner dem Februar dafür, dass sich die harten, frostigen Winterböden allmählich wieder auflockern. Und warum der Februar früher auch »Narrenmond« genannt wurde, das versteht sich zumindest in den Jahren von selbst, in denen die fünfte Jahreszeit, der Karneval, in diesem Monat im Kalender steht!


März: Auf geht’s!
Der März ist vielleicht der schönste Monat des Jahres? Begonnen mit dem meteorologischen Frühlingsanfang am 01.03. über den astronomischen Frühlingsanfang bis hin zum Beginn der Sommerzeit am letzten Märzsonntag werden unsere Lebensgeister nun wieder und wieder wachgerüttelt und auf die sonnige Jahreszeit eingestimmt. Der altdeutsche Monatsname für den März, Lenz (auch Lenzing oder Lenzmond), wird heute nur noch poetisch verwendet und bezeichnet dann meist den Frühling insgesamt. »Lenz« stammt aus derselben Wortwurzel wie »lang« und gibt entsprechend einfach nur die alle Jahre wieder so erfreuliche Erfahrung wieder, dass die Tage ab jetzt eindeutig immer länger, heller und wärmer werden.
Als internationaler Namenspatron des Monats März (March, Mars, Marzo, Março, Maart, Marzec, március, Marec, Březen, март, Mart) aber hat sich Mars, der Kriegsgott der antiken Römer, durchgesetzt. In diesem Monat nämlich begann in Rom die Zeit der Feldzüge, und alle kriegstauglichen Bürger versammelten sich zur Musterung auf dem Campus Martius, dem Marsfeld, einer Tiefebene nah der Stadt. Hier wählten sie auch ihre Feldherren; und die beiden obersten Heerführer und höchsten Beamten Roms, die Konsuln, traten am 1. bzw. 15. März ihr Amt an. Nach den beiden Konsuln wurde dann das kommende Jahr benannt.
Der Frühlingsmonat März, in dem nicht nur die Kampfhandlungen, sondern auch die landwirtschaftlichen Arbeiten wieder aufgenommen wurden, war im ursprünglichen römischen Kalender der erste Monat eines neuen Jahres. Das passt auch gut, denn Mars regiert den Widder, das erste Zeichen des Tierkreises, in das die Sonne Ende März mit dem astronomischen Frühlingsanfang übergeht.
Zum dritten Monat, als den wir den März heute kennen, wurde er erst ab 153 v. Chr., als der Amtsantritt der Konsuln auf den 1. Januar verlegt wurde.

April: Reich an Alternativen!
Warum die alten Römer den ursprünglich zweiten Monat ihres Kalenderjahres »Aprilis« bzw. »April« (Avril, Aprile, Abril, kwiecień, április, duben, Апрель) tauften, ist nicht gesichert bekannt. Vielleicht leitet sich diese Namensgebung schlicht von (endlich-wieder-)sonnig (lat: apricus) her, vielleicht stand auch die Erfahrung Pate, dass sich in diesem Monat die Knospen der Pflanzen öffnen (lat: aperire).
Ähnlich botanisch orientiert ist auch der altdeutsche Monatsname Grasmond, während die inzwischen ebenfalls aus der Mode gekommenen Bezeichnungen Launing und Wandelmonat wohl eher auf das unberechenbare Aprilwetter anspielen. Karl der Große versuchte im 8. Jahrhundert, den April zum Ostermond bzw. Ostermonat (Ostarmanoth) zu erklären, da das wichtigste Fest des Christentums meistens in den April fällt. Doch auch das hat sich nicht durchgesetzt. Uns kommt es eben nach wie vor (ganz wie den Pflanzen) vor allem darauf an, uns dem zunehmenden Sonnenlicht zu öffnen …
Mai: Wonniglich sinnlich
Der Mai (May, Maggio, Mayo, Maio, Mei, Maj, május, máj, květen, май, Mayıs) war ursprünglich der römischen Göttin Maia geweiht, verraten uns antiken Autoren wie Ovid. Maia war mit Vulcanus, dem Gott des Feuers und der Schmiedekunst, liiert. Dessen Priester brachten ihr an den Kalenden des Maies (also jeweils am ersten Tag des Monats) regelmäßig Opfer dar. Vergil vermixte die altitalisch-römische mit der griechischen Maia, einer der sieben Plejaden, die mit Zeus den Götterboten Hermes (bzw. römisch: Merkur) gezeugt hatte. Das machte sie zur Schutzpatronin der Händler und Kaufleute, die am 15. Mai im Tempel des Mercurius geehrt wurde. Im katholischen Christentum wandelte sich der Mai dann zum »Marienmond«, in dem man sich verstärkt der Verehrung der Gottesmutter und des Rosenkranzes widmet.
Dafür, dass wir den Mai bis heute als lieblichen »Wonnemonat« definieren (und daher das jährliche Maximum an Lebensgenuss von ihm erwarten), ist ein kleines sprachliches Missverständnis verantwortlich: Im 8. Jahrhundert führte Karl der Große den deutschen Monatsnamen »wunnimanot« ein; doch das bedeutete auf gut Althochdeutsch einfach nur »Weidemonat« und sollte schlicht besagen, dass das Vieh jetzt wieder draußen grasen kann. Dennoch kann uns der Mai mit Fug und Recht eine Wonne sein: Die Natur erblüht jetzt so prachtvoll wie das ganze Jahr nicht mehr; und darauf verweisen auch die alten Monatsnamen Blumenmond, Blühmond oder Bleuet.


Juni: Unbeschreiblich weiblich!
»Juno« sagen wir oft bei Terminabsprachen am Telefon, um zu vermeiden, dass ein etwas vernuschelter Juni mit dem recht ähnlich klingenden Juli (präzisiert als »»Julei«) verwechselt wird. Und damit trifft man den Nagel auf den Kopf, denn die Namensgeberin des Monats Juni (June, Juin, Giugno, Junio, Junho, czerwiec, június, jún, Junij, Červen, июнь, Haziran) ist Juno, die römische Göttin der Ehe, Gemahlin des Götterkönigs Jupiter und Schutzpatronin Roms.
Gärtner nennen den Juni sehr poetisch auch »Rosenmond«, da diese schöne Blume jetzt mehr denn je erblüht. Dass das Vieh nun schon seit Mai auf der Weide steht, besagt der altdeutsche Monatsname »Weidemaent«, während die Bezeichnung als »Brachet« beziehungsweise »Brachmond« darauf verweist, dass man in der mittelalterlichen Dreifelderwirtschaft im Juni mit der Bearbeitung brach liegender Äcker oder Wiesen begann.

Juli: Ave Caesar!
Die alten Römer waren nicht unbedingt konsequent: Nachdem Januar, März, Mai und Juni bestimmten Göttern geweiht waren, begannen sie nun damit, Monate nach irdischen Heroen zu benennen: Der Juli (July, Juillet, Luglio, Julio, Julho, lipiec, július, júl, Julij, Červenec, июль, temmuz) der bisher schlicht »Quintilis« (= »der Fünfte«) hieß, wurde ab dessen Todesjahr dem großen Feldherren Gaius Julius Caesar (100 v. Chr.-44 v. Chr.) gewidmet.
Im 8. Jahrhundert schlug Karl der Große in schönstem Althochdeutsch für den Juli »Hewimanoth« (bzw. Heumonat, Heuet oder Heuert) vor, weil die Bauern nun das erste Heu mähten und einbrachten.
August: Der Kaiser-Monat
August, Août, Agosto, Augustus, Augusti, sierpień, augusztus, Avgust, srpen, Aвгуст, Ağustos – nachdem Cäsar nun schon einen eigenen Monat erhalten hatte, wollte auch der erste ›echte‹ römischen Kaiser Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.) einen haben. Also wurde im Jahre 8 v. Chr. der bisherige römische Monat Sextilis (von lat. Sextus, der sechste) ihm zu Ehren umbenannt – mit dem Argument, dass Augustus in diesem Monat erstmals zum Konsul ernannt wurde.
Altdeutsche Monatsamen wie Aranmanoth, Ernting, Erntemonat, Ährenmonat oder Sichelmonat dagegen bringen schlicht auf den Punkt, worum es in der bäuerlichen Welt jetzt vor allem geht: Das goldene Korn wartet auf fleißige Hände!


September: Lieben Sie Sieben?
Mit dem nahenden Herbst hat die Römer offensichtlich die Fantasie verlassen. Ab jetzt werden die Monate jedenfalls nicht mehr klangvoll nach Göttern oder Kaisern benannt, sondern einfach nur noch durchnummeriert: Der – vom ursprünglichen römischen Jahresbeginn, dem Mars-Monat März, aus gesehen – siebente Monat (lat. septem = sieben) heißt ganz einfach auch der Siebente (bzw. September, Septembre, Settembre, Septiembre, Setembro, wrzesień, szeptember, září, Cентябрь, eylul), und so geht es dann weiter bis Dezember.
Es hat im alten Rom zwar immer wieder Versuche gegeben, die durchnummerierten Monate nach leibhaftigen Würdenträgern zu benennen – doch diese lehnten entweder dankend ab (wie Tiberius oder Antoninus Pius), oder sie hatten, wie Caligula, eigenmächtige Umbenennungen vorgenommen, die nach ihrem Ableben gleich wieder rückgängig gemacht wurden. So blieb es langfristig dabei, den September einfach den Monat Nummer 7 zu nennen – obwohl er auch schon im alten Rom (mit dem neuen Jahresbeginn im Januar ab 153 v. Chr.) zum Monat Nummer 9 verrutscht war und daher eigentlich November hätte heißen müssen. Doch allzu pingelig sollte man da wohl nicht sein: Der Münchener Oktoberfest-Gaudi beginnt ja schließlich ebenfalls regelmäßig schon im September!
»Witumanoth« (Holzmonat) schlug Karl der Große als nicht sehr erfolgreich als alternativen deutschen Namen für den September vor. So oder so, es »herbstelt« nun spürbar. Dem meteorologischen Herbstanfang folgt der kalendarische.

Oktober: Weinselig …
Der Oktober (October, Octobre, Ottobre, Octubre, Outubro, październik, október, Řijen, Oктябрь, ekim) ist der zehnte Monat des Jahres im heute verbindlichen gregorianischen Kalender; bzw. der achte im namensgebenden römischen Kalender, der mensis october (von lat. octo = acht).
Der altdeutsche Name Windumemanoth (Weinmonat) zeigt an, was es jetzt vor allen Dingen zu ernten gilt; und wer germanisch angehaucht vom Gilbhart statt vom Oktober spricht, der meint schlicht, dass jetzt viel (hart) Laub gelb (gilb) getönt ist. Modernere Münder würdigen die allherbstlich so bezaubernde Verfärbung der Blätter lieber mit dem Ehrentitel Goldener Oktober.
In diesem schönen Monat schloss man schon im Mittelalter besonders gern den heiligen Bund der Ehe; und daran hielt sich unter anderem auch König Ludwig I. von Bayern, der am 12. Oktober 1810 (noch als Kronprinz) seine Therese (von Sachsen-Hildburghausen) heiratete und damit Anlass zum ersten Oktoberfest auf der nach der Braut benannten Münchner Theresienwiese gab. Heute wird das inzwischen größte Volksfest der Welt bereits ab der zweiten Septemberhälfte gefeiert und endet am ersten Oktobersonntag.
November: Gehen lassen!
November (Novembre, Noviembre, Novembro, listopad, ноябрь, Kasım) nannten die alten Römer ihren 9. (und unseren 11.) Monat eher lustlos. Im 8. Jahrhundert schlug Karl der Große »Herbistmanoth« (Herbstmonat) als Monatsnamen vor. Auch nicht sehr einfallsreich.
Besser treffen die altdeutschen Monatsnamen Windmond, Nebelung oder auch Trauermonat die ungemütlich-verhangene Stimmung dieser Wochen. Wer mag es schon, wenn der November kommt? Wenn die Tage immer dunkler und dunkler werden? Und die Äste der Bäume immer kahler und kahler? Das große Sterben und Vergehen, das wir jetzt überall in der Natur vor Augen haben, erinnert schmerzhaft an persönliche Verluste. Oder weckt Verlustängste … Und als ob wir dieser nebligen Tristesse noch die Krone aufsetzen wollen, häufen sich in unseren Menschenkalendern nun die Gedenktage an unsere lieben Verstorbenen; und an die Sterblichkeit schlechthin? Das ist traurig, aber auch gut so, denn jetzt ist in der Tat die beste Zeit des Jahres, um sich klar und konsequent bewusst zu machen, dass Verluste nun einmal zum Leben gehören – und dass auch danach noch sehr viel bleibt. Nicht nur durch Friedhofsbesuche und das Entzünden von Grabeskerzen, sondern auch durch eine zuhause im Fenster leuchtende Erinnerungskerze können Sie denen, die gegangen sind, nun ein kleines »Danke, dass Du da warst« senden – um sich sodann in der kommenden Advents- und Weihnachtszeit doppelt an denen zu freuen, die noch da sind!


Dezember: Heilig?!
Dezember (December, Decembre, Dicembre, Diciembre, Dezembro, grudzień, prosinec, декабрь, Aralık), also schlicht »der Zehnte« nannten die alten Römer den Monat, mit dem wir heute im Lichterglanz des Weihnachtsfestes das Jahr beschließen. In Anbetracht dieses wichtigen Termins im christlichen Kalender war Karl der Große im 8. Jahrhundert sehr dafür, im deutschsprachigen Raum lieber von Heilagmanoth (heiliger Monat) zu reden – Varianten dazu waren Heiligenmonat, Heilmond, Christmond oder Christmonat.
Julmond, Dustermond oder Wendeling dagegen sollen die alten Germanen und ihre Nachkommen den Dezember genannt haben; und damit rückten auch sie ihr wichtigstes Fest in den Brennpunkt des Interesses: nämlich die Wintersonnenwende, zu der sie feierten, dass die Tage nun wieder heller und die Pflanzen bald wieder grüner werden. Als kalendarischen Winteranfang würdigen wir diesen alten Feiertag bis heute.
Julius, Gregor, Karl und ihre Kalender
Auf Julius Caesar, den Namenspatron des Monats Juli, geht unter anderem die römische Kalenderreform des Jahres 46 v. Chr., der sogenannte julianische Kalender, zurück. Der ursprüngliche römische Kalender war vorwiegend am 29-tägigen Mondumlauf orientiert, seine Monate waren also entsprechend kürzer. Nur März, Juli und Oktober hatten bereits 31 Tage. So kam man jedoch nur auf eine Jahreslänge von 354 Tagen und musste dies bei Bedarf dadurch ausgleichen, dass zwischen Februar und März ein ganzer 13. Schaltmonat, der Mensis intercalaris oder Mercedonius, eingefügt wurde, um sich wieder dem tatsächlichen Sonnenlauf anzunähern.
Ziemlich unübersichtlich und unpraktisch, so ein Lunisolarkalender, dachte sich Caesar, und er erhöhte die Zahl der Tage pro Monat auf das heute übliche Format (der Januar bekam 31 statt der vorher üblichen 29 Tage, der April 30 statt 29 usw.). So hatte das Jahr nun 365 Tage und kam dem tatsächlichen Sonnenjahr bereits sehr nahe. Vorsorglich plante Caesar auch alle vier Jahre ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Tag ein; dennoch wich sein Jahr regelmäßig mit 11 Minuten und 14 Sekunden Überlänge vom astronomischen Sonnenlauf ab.
Doch Kleinvieh macht auch Mist: Im 16. Jahrhundert hatte man dadurch schon fast zwei Wochen pro Jahr zu viel. Die Frühlingstagundnachtgleiche fiel also auf einen immer früheren Termin, und das bereitete vor allem bei der am ersten Frühlingsvollmond orientierten Festlegung des Ostertermins allerlei Probleme. Daher sah sich Papst Gregor XIII. anno 1582 genötigt, den gregorianischen Kalender einzuführen, der mit einem kleinen Rechentrick (volle Jahrhunderte sind nur dann Schaltjahre, wenn sie sich, wie die Jahre 1600 und 2000, durch 400 teilen lassen, sonst nicht) die Genauigkeit der Zeitrechnung von Caesars 365,25-Tage-Jahr auf das 365,2425-Tage-Jahr verbesserte, von dem wir bis heute ausgehen. Auf diese Weise kreierte der Papst zwar den gegenwärtig weltweit meistgebrauchten Kalender – doch einen eigenen Monat bekam er dafür nicht spendiert.
Eher bescheiden feilte Karl der Große bereits im 8. Jahrhundert einfach nur an einer Umbenennung der lateinischen in deutsche Monatsamen. Sein größtenteils an den vordringlichen landwirtschaftlichen Arbeiten des Monats orientierten Wortschöpfungen hielten sich – sprachlich leicht variiert – bis ins 15. Jahrhundert, teilweise sogar bis ins 19. Jahrhundert.
Fotos: © Michaela Mundt, Unsplash sowie Januar: Fubar Obfusco auf en.wikipedia, Public domain, via Wikimedia Commons, März: Mars – Dosseman, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons, Mai: (Bartholomeus Spranger – Vulcan and Maia, Juni: Juno (Louvre) Caroline Léna Becker, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0, Juli: Gaius Iulius Caesar (Vatican Museum), August: Dan Mihai Pitea, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, alle via Wikimedia Commons. Vielen Dank dafür!

